Schichtquellen Elpenbachtal

Antoniestraße 32-34, Oberhausen

In Oberhausen-Klosterhardt, zwischen den Stadtteilen Osterfeld und Sterkrade, verläuft das Tal des Elpenbachs. An der Antoniestraße wurde dieser Bach aufgestaut. Der so geschaffene Hüttenteich bildete die Wasserversorgung der St. Antony-Hütte, dem ältesten Eisenhüttenwerk im Ruhrgebiet, das 1758 gegründet wurde. Die Überreste des Hüttenwerks sind in einem industriearchäologischen Park zu sehen. Eine Dauerausstellung des LVR-Industriemuseums in den erhalten gebliebenen Gebäuden informiert über die frühe Geschichte der Montanindustrie im Revier. An der Hütte liegt die Bushaltestell St. Anthonyhütte. Von hier aus erreichen Sie die Quellen nach ca. 150 Metern Fußweg entlang des Sees.

Der Elpenbach verdankt seinen Wasserreichtum einer besonderen geologischen Situation: Die Hochfläche von Oberhausen-Klosterhardt wird weitflächig von den Kiesen und Sanden der Jüngeren Rhein-Hauptterrasse eingenommen, die bis zu 10 Meter Mächtigkeit erreichen können. Sie wurden während eines frühen Stadiums des Eiszeitalters vor ca. 800.000 Jahren vom Rhein abgelagert. Damals bildeten Rhein und Maas in der Kältesteppe ein weitverzweigtes, verwildertes Flusssystem, das viel breiter war als das heutige Rheintal.

Unter den Sand- und Kiesschichten liegen die Tonmergelsteine der Bottrop-Formation aus der Oberkreide-Zeit (vor ca. 80 Mio. Jahren). Dieses, in frischem Zustand durch das Mineral Glaukonit auffällig grün gefärbte Gestein,  entstand als Ablagerung des Kreidemeeres. Früher wurde es im Raum Oberhausen – Bottrop in verschiedenen Ziegeleigruben gewonnen und liefert zahlreiche Fossilien, die auf ein warmes, gut durchlüftetes Meer mit reichem Tierleben hindeuten.

Während die Sande und Kiese der Rhein-Hauptterrasse ein guter Grundwasserleiter sind, der vom Wasser leicht durchströmt wird,  sind die Gesteine der Bottrop-Formation praktisch wasserundurchlässig. Das versickernde Regenwasser wird daher an der Terrassenbasis von dem darunter liegenden Tonmergelstein gestaut und fließt entlang der Schichtgrenze dem tiefst möglichen Punkt zu. Dies ist im Bereich von Klosterhardt das deutlich eingeschnittene Elpenbachtal. Hier tritt das Wasser dann am Talhang entlang der Schichtgrenze zwischen Kreide und Quartär zu Tage. Der hier vorliegende Quelltyp wird daher als Schichtquelle bezeichnet. Besonders gut zu beobachten ist der Quellhorizont am Ufer des Hüttenteiches, wo ein Holzsteg an den Quellen entlangführt.

(Dr. Volker Wrede)

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Klosterhardt
Der Quellhorizont im Elpenbachtal
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