Steinbruch Weuste in Sprockhövel-Haßlinghausen

Geostopp 140 der GeoRoute Ruhr

Weuste 11, Sprockhövel

Der aktive Steinbruch liegt in Haßlinghausen Weuste und ist nur auf Anfrage zugänglich.Von der Bushaltestelle "Schwenke" an der Mittelstraße ist der Steinbruch über die Straßen Hobeuken und Landsberge nach 350 Metern Fußweg erreichbar.

Im Steinbruch Weuste baut die Firma „Steinbruch und Sägebetrieb Lange e.K.“ Ruhrsandstein ab. Ruhrsandstein gehört zu den widerstandsfähigsten Sandsteinen in Deutschland. Er hat in vielen historischen Bauwerken des Ruhrgebiets Verwendung gefunden und kann im Gegensatz zu anderen Sandsteinen auch poliert werden. Das im Natursteinbruch Weuste aufgeschlossene, etwa 40 Meter mächtige Schichtpaket, ist Teil einer großen Gesteinsfalte, der sogenannten Herzkämper Mulde. Erdgeschichtlich werden diese Schichten der Kaisberg-Formation aus der Oberkarbon-Zeit (320 – 296 Mio. J.) zugeordnet.

Über den mächtigen Sandsteinschichten liegen die ältesten Kohleflöze aus dem Ruhrgebiet: Flöz Sengsbänksgen und Flöz Sengsbank. Beide sind im Steinbruch aufgeschlossen. Die 1845 gegründete Zeche „Heller Mittag“ war hier insgesamt dreimal über kurze Zeit hinweg aktiv. Zuletzt wurde sie in den 1950er Jahren als Kleinzeche betrieben.

Gut erhalten und überregional bekannt ist eine riesige Schichtfläche im Sengbänksgen-Sandstein. Die im Jahr 1998 als Naturdenkmal unter Schutz gestellte Schicht ist mit einem wellenförmiges Muster gezeichnet. Es handelt sich dabei um ein versteinertes Dokument eines ehemaligen Meeresbodens, der hier vor 318 Millionen Jahren existierte. Auch wenn der Sand heute zu Sandstein verbacken ist, so kann man anhand dieses Musters erkennen, dass es sich um ehemals locker gelagerten Sand handelt. In Fachkreisen werden solche Muster als Rippelmarken bezeichnet. Sie entstanden durch Strömungen im Flachwasserbereich an der Meeresküste.

Rippeln können nicht nur am Meeresboden, sondern auch in Flussbetten oder Wüsten auftreten. In Wüsten sind Windströmungen die Verursacher der Rippeln. Die Form der Rippeln gibt Auskunft über das Entstehungsmilieu. Wenn die Strömung kontinuierlich aus einer Richtung kommt, bilden sich asymmetrische Rippeln mit einer flachen, strömungszugewandten Seite (Luv) und einer steilen, strömungsabgewandten Seite (Lee). Die Rippeln auf der Felswand im Steinbruch Weuste sind weitgehend symmetrisch, was gegen eine kontinuierliche Strömung spricht.   Solche Rippeln enstehen z.B. in einem von Gezeiten beeinflussten Gewässerbereich. Sie werden als Oszillationsrippeln oder auch Gezeitenrippeln bezeichnet.

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