Steinbruch Ambrock

Delsterner Straße 170, Hagen

Der Eingang zum Steinbruchgelände liegt etwas im Gebüsch versteckt ca. 250 m südlich der Zufahrt nach Hagen-Ambrock auf der östlichen Seite der Delsterner Straße (B 54).

In dem alten, teilweise stark bewachsenen Steinbruch auf der östlichen Seite der Delsterner Straße sind die Brandenberg-Schichten aus der Zeit des Mitteldevons vor ca. 387 Mio. Jahren aufgeschlossen. Die Schichten fallen hier, auf der Nordflanke des Remscheid-Altenaer Sattels, mit etwa 30 – 40° nach Norden hin ein. Die Brandenberg-Schichten umfassen eine Abfolge wechselnd grauer, grüner und roter Gesteine, die sich speziell durch das starke Auftreten roter Ton- und Schluffsteine von den älteren und jüngeren Einheiten im Hangenden und Liegenden unter-scheiden.

Wesentlicher Bestandteil der Schichtenfolge sind auch Sandsteine, die die Brandenberg-Schichten für die Steine- und Erdenindustrie als Schottermaterial interessant machen. Der Abbau erfolgt heute auf der gegenüberliegenden Talseite in einem Großsteinbruch, der aber für Besucher nicht ohne weiteres zugänglichist.

Die Ablagerungen im Steinbruch Ambrock entstanden am Südrand des sogenannten Old-Red-Kontinents, der unter anderem große Teile des heutigen Großbritanniens, der Nordsee und Skandinaviens umfasste. Die bis zu 700 m mächtigen Brandenberg-Schichten entstanden in einem Land-Meer-Übergangsbereich. Die Rotsediment-Horizonte können wegen des Fehlens von Meeresfossilien, dem Auftreten von Trockenrissen und von unter Wüstenklima gebildeten Karbonatknollen als Landablagerungen gedeutet werden.

Pflanzenanreicherungen mit Wurzelhorizonten weisen auf flaches Süßwasser oder terrestrischen Bewuchs hin. Im Devon begannen sich die Pflanzen erstmals an Land auszubreiten. Die Muscheln und Brachiopoden in einzelnen Gesteinslagen deuten eher auf Brackwasser oder küstennahe Meeresablagerungen hin. Auch die urtümlichen Panzerfische, Stachelhaie und andere Fische, deren Überreste hier mitunter vorkommen, lebten im Meer. Der Steinbruch gibt damit Einblick in eine Meeresküste. Vielleicht wurden die Schichten in einem Flussdelta abgelagert.

(Dr. Volker Wrede)

PIECHA, M. & RIBBERT, K.-H.& WREDE, V. (2008): Das Paläozoikum im südlichen Ruhrgebiet. – In: Kirnbauer, Th., Rosendahl, W. & Wrede, V.: Geologische Exkur-sionen in den Nationalen GeoPark Ruhrgebiet: 149-185; Essen.

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