Stimberg

GeoRoute Lippe

Ahsener Straße, Oer-Erkenschwick

Am nördlichen Ortsausgang von Oer-Erkenschwick in Richtung Ahsen befindet sich der Parkplatz des Friedhofs. Etwa 250 m weiter nördlich zweigt die asphaltierte Zufahrt zum Stimberg nach links in den Wald ab. Diesem für Fahrzeuge gesperrten Weg zur ehemaligen Funkstation folgt man bis kurz vor den Berggipfel.

Dieses Gestein, der Stimberg-Quarzit, entspricht den Halterner Sanden, die in der Umgebung, vor allem im Gebiet zwischen Haltern und Dorsten in etlichen Sandgruben abgebaut werden. Die Halterner Sande (bzw. die Sande der Haltern-Formation) entstanden während des Zeitabschnittes Obersanton bis Untercampan innerhalb der Oberkreidezeit, d.h. vor ca. 83 Mio. Jahren. Die Sande wurden bei starker Strömung in einem wandernden Sandriff in einigen Hundert Metern Entfernung zur damaligen Meeresküste abgelagert. In den Sanden finden sich recht häufig die Steinkerne von Muscheln und anderen Meeresbewohnern, in frischen Anschnitten lassen sich auch Grabgänge von Krebsen erkennen, die am Meeresboden lebten. Im Gebiet des Stimbergs und an einigen anderen Punkten im Bereich der Hardt wurden diese Sande während der Tertiärzeit von Kieselsäurehaltigen Lösungen durchtränkt, aus denen sich ein quarzitisches Bindemittel abschied, das die Sandkörner zu einem festen Gestein verkittete. Die Durchtränkung des Gesteins erfolgte ungleichmäßig, so dass unterschiedlich harte Gesteinspartien entstanden, die zu ungleichmäßigen, knolligen Gebilden verwitterten. Ob dieser Vorgang durch das damalige subtropische Klima ausgelöst wurde, bei dem es zur Lösung und Fällung von Kieselsäure im Gestein kommen kann, oder durch eine hydrothermale Zufuhr von Kieselsäure aus dem Untergrund, ist nicht völlig klar. Der harte Sandstein wurde hier früher in kleinen Steinbrüchen gewonnen und als Baustein in der Umgebung benutzt. So wurde z.B. die romanische Pfarrkirche in Haltern-Flaesheim im 14. Jahrhundert aus Stimberg-Quarzit erbaut.

(Dr. Volker Wrede)

ABELS, A.; HIß, M. & MUTTERLOSE, J. (2010): Kreide-Zeit im Geopark Ruhrgebiet. – GeoPark Themen Nr. 5: 40 S.; Essen.
Hiß, M.; MUTTERLOSE, J. & KAPLAN, U. (2008): Die Kreide des östlichen Ruhrgebiets zwischen Unna und Haltern. – In: KIRNBAUER, TH.; ROSENDAHL, W. & WREDE, V.: Geologische Exkursionen in den Nationalen GeoPark Ruhrgebiet: 187 – 222; Essen.

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