Sturzquelle Kettwig

Werdener Straße, Essen

Unmittelbar südlich der Werdener Straße in Essen-Kettwig, etwa 500 m östlich der Eisenbahnüberführung, entspringt eine Quelle als Wasserfall aus dem Fels. Die nächstgelegenen Bus- und S-Bahnhaltestelle Kettwig Stausee liegt an der Eisenbahnunterführung etwas 500 m entfernt.

Unmittelbar südlich der Werdener Straße in Essen-Kettwig, etwa 500 m östlich der Eisenbahnüberführung, entspringt eine Quelle als Wasserfall aus dem Fels. Der eigentliche Quellaustritt ist durch eine Mauerung gefasst. Unterhalb des etwa 5 m hohen Wasserfalls ergießt sich das Wasser in ein kleines gemauertes Becken und wird von dort unter der Straße hindurch in die Ruhr  bzw. den Kettwiger Stausee geleitet. Die Quelle wird im Volksmund auch „Türkenquelle“ genannt, da hier insbesondere türkische Mitbürger, aber nicht nur sie, sich gerne Wasser für die Teebereitung abfüllen.

Die Quelle entspringt einem annähernd flach liegenden Schichtpaket der Oberen Sprockhövel-Formation (Oberkarbon, Namurium C). Ein mächtiger Sandstein, der sog. „Wasserbank-Sandstein“, überlagert hier eine Abfolge von Tonsteinen. Der Sandstein wurde früher in jetzt völlig verfallenen und überwachsenen Steinbrüchen oberhalb der Quelle abgebaut; die Tonsteine sind im Bereich des Wasserfalls zu beobachten. Nach der Geologischen Karte verläuft hier außerdem eine etwa N-S gerichtete geologische Störung, durch die das Gestein deutlich geklüftet wurde. Der spröde Sandstein fungiert als Grundwasserleiter, auf dessen Klüften das Wasser zirkulieren kann, der weichere Tonstein ist dagegen weitgehend wasserundurchlässig, da sich hier die Klüfte stärker schließen.  Im Grenzbereich zwischen Sandstein und Tonstein tritt das Wasser an die Oberfläche, wobei die starke Klüftung der Sandsteine im Bereich der Störungszone eine besonders gute Wegsamkeit darstellt. Die Quelle ist im Landschaftsplan der Stadt Essen als Naturdenkmal ausgewiesen. Ob das Wasser wirklich besonders gute Eigenschaften besitzt, ist nicht geklärt.

(Dr. Volker Wrede)

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