Teufelsstein bei Schermbeck-Malberg

Zum Teufelsstein, Schermbeck

Am Weg „Zum Teufelsstein“ zwischen Schermbeck und Drevenack erhebt sich ein imposanter, etwa 2 m hoher Felsblock aus einem sehr feinkörnigen, dichten, hellgrauen Sandstein, der „Teufelsstein“. Es handelt sich bei diesem Felsblock nicht um einen Findling, den die Gletscher der Eiszeit aus Skandinavien hierher transportiert haben, sondern um einen sogenannten „Braunkohlenquarzit“.

Teufelsstein bei Schermbeck-Mahlberg ein Tertiärquarzit. Foto: GeoPark Ruhrgebiet
Teufelsstein bei Schermbeck-Mahlberg ein Tertiärquarzit. Foto: GeoPark Ruhrgebiet

Während des Tertiärs (genauer im Miozän vor 23,8 bis 5 Mio. Jahren) entstanden die „Braunkohlen-“ oder besser „Tertiärquarzite“: Im südlichen Niederrheingebiet lagerten sich zu dieser Zeit an der Küste der damals noch weit nach Süden reichenden Nordsee mächtige Sandlagen ab. Die Region war durch ein subtropisches Klima geprägt, unter dem sich eine üppige Vegetation bildete. Den Namen „Braunkohlenquarzite“ haben die Gesteine bekommen, da sie zur gleichen Zeit wie die mächtigen Flöze der Rheinischen Braunkohle entstanden sind. Durch Verwitterungslösungen wurden die Körner des Sandes teilweise angelöst und die dabei freiwerdende Kieselsäure an anderer Stelle wieder ausgefällt. Dabei wurde der feine Sand durch ein kieseliges Bindemittel zu dem feinkörnigen, sehr harten Sandstein verkittet, aus dem der Teufelsstein besteht. Auffällig sind in den Tertiärquarziten längliche, millimetergroße bis armdicke Löcher. Es sind Wurzelgänge der zur Entstehungszeit vorhandenen Vegetation. Im Laufe der Zeit sind die Pflanzenteile verwittert und die Hohlräume sind übrig geblieben. Manchmal ist noch die Maserung der Wurzeln als Abdruck in den Höhlungen erkennbar.

Im Raum Schermbeck treten keine Sande der Miozän-Zeit auf, so dass der Teufelsstein hierher transportiert worden sein muss. Als Transportmittel werden Eisschollen vermutet. Schätzt man das Gewicht des Teufelssteins mit ca. 8 t ab, so müsste eine Eisscholle eine Ausdehnung von etwa 10 x 10 m und 1 m Dicke gehabt haben, um ihn tragen zu können. Denkbar ist es, dass eine riesige Eisscholle den Felsblock vom südlichen Niederrhein hierher verfrachtet hat.

Kelwigstein, der kleine Bruder des Teufelssteins. Foto: GeoPark Ruhrgebiet
Kelwigstein, der kleine Bruder des Teufelssteins. Foto: GeoPark Ruhrgebiet

Übrigens hat der Teufelsstein noch einen „kleinen Bruder“: Etwa 500 m südöstlich vom Teufelsstein liegt an der Kreuzung des Wachtenbrinker Wegs und des Logsteenwegs ein weiterer Tertiär-Quarzit: Der „Kelwigsstein“, der aber deutlich kleiner ist.

(Dr. Volker Wrede)

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