Was ist ein Geopark?

Ein Geopark ist ein Gebiet mit einem besonderen geologischen Erbe. Er wird mit dem Ziel ausgewiesen, dieses zu erhalten und es den Menschen zu vermitteln.

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Geologie des Ruhrgebietes - ein Überblick

Ralf Hewig, Manfred R. Brix & Volker Wrede

Quartär (vor 2,6 Mio. Jahren - heute)

Kaltes Klima und große, weltweite Vereisungsphasen kennzeichnen das jüngste und kürzeste System der Erdgeschichte. Ablagerungen des Quartärs sind im Ruhrgebiet zwar nur geringmächtig, aber an der Oberfläche sehr weit verbreitet und bestimmen besonders im Westen das Landschaftsbild.

In der Saale-Kaltzeit (300.000-128.00 J.v.h.) reicht die Vereisung in Nordeuropa von Skandinavien bis an das Rheinische Schiefergebirge. Das Ruhrgebiet liegt unter 200 m dickem Eis. Was der Gletscher vor sich herschiebt, markiert westlich des Rheins als Wall von Stauchmoränen zwischen Krefeld und Xanten die weiteste Verbreitung. Schmelzwasserströme lagern große Sanderflächen vor der Gletscherstirn ab. Große Mengen an Verwitterungsschutt aus dem Rheinischen Schiefergebirge werden von einem großen Flusssystem aus Maas und Rhein am Rand des Eises nach Norden transportiert und als Sand und Kies im Rheinland abgelagert. So gelangen Feuersteingerölle aus den Kreideschichten bei Aachen bis nach Oberhausen und Wesel, wo Reste dieser alten Hauptterrasse erhalten sind. Nach Abschmelzen des Eises bleiben darin enthaltene Tone, Sande und Gerölle als Grundmoräne im gesamten Ruhrgebiet liegen. Starke Winde wehen in der vegetationsarmen Kältesteppe Staub und Sand aus den Ablagerungen heraus und lagern sie weit entfernt sortiert als Flugsand oder Sandlöß wieder ab.

Im Wechsel von Warm- und Kaltzeiten schneidet das Flusssystem im Rheinland die Mittelterrasse und schließlich die Niederterrasse in den Untergrund ein, wobei sich Phasen größerer Abtragung mit erneuter Ablagerung von Sand und Kies ablösen. Die Bedeutung dieser Rohstoffe für die Bauindustrie der Region wird auf der Karte deutlich durch die zahlreichen Wasserflächen beiderseits des Rheins, die meistens ausgebaggerte Kiesgruben darstellen.

Mit wärmer werdendem Klima und Rückzug des Eises wandert wieder Leben in die Region, wie zahlreiche Überreste u. a. von Mammuts, Wollnashörnern oder Riesenhirschen in der Niederterrasse von Rhein, Emscher und Lippe beweisen. In den Karsthöhlen am Nordrand des Rheinischen Schiefergebirges leben Höhlenbären und -löwen, Hyänen und andere Raubtiere.

Auch in der Nacheiszeit, beginnend vor etwa 11.000 Jahren, finden im Bereich des Geoparks geologische Prozesse statt: Die mäandrierenden Tieflandsflüsse in der Rheinebene verlagern ihren Lauf, Altarme werden abgeschnitten und verlanden. An mehreren Stellen im Geopark existieren kleinere Moore, in denen sich Torflager bilden. Schließlich greift der Mensch massiv in das Geschehen ein: Durch Abgrabungen und Steinbrüche wird großräumig Gestein abgetragen, in teilweise über 100 m hohe Bergehalden sowie Deponien wird Material aufgeschüttet und ein neues Landschaftsbild geschaffen. Durch die großräumigen Bergsenkungen des Steinkohlen-Bergbaus kommt es zu Veränderungen der Abflussverhältnisse von Bächen und Flüssen.

zum Rohstoffland Ruhrgebiet

Vereisung in der Saale-Kaltzeit
Vereisung in der Saale-Kaltzeit
Glaziale Serie
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Flussterrassen
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Geologie Ruhrgebiet
zur zeitlichen Einordnung der Gesteinsschichten und Geotope im GeoPark.
Erdgeschichte